Reiseführer • Erlebnis • Beschreibung • Story
Klimt - Der Kuss - Literarische Reise der Bildbetrachtung von Heidemarie Andrea Sattler Drucken

Klimt - Der Kuss

"Schließe die Augen und lass dich entführen in das Land der Liebe.
Öffne sie erst wieder, nachdem dich die Feder der Liebkosung gestreichelt
und der Mund der Versuchung geküsst hat."

Weiterlesen...
 
Ziegeleimuseum Germersheim - Sondernheim Drucken



Eröffnung des Ziegeleimuseums Sondernheim auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Stubenrauch mit Betrieb der Feldbahnmuseumsanlage

Historisch liebevoll in Szene gesetzt, so begegnete mir das kleine Ziegeleimuseum am Rheindamm bei Sondernheim. Zur offiziellen Eröffnungsfeier, zu der die Betreiber Cornelia und Johannes Haag am Donnerstag, den 22. Mai 2008 geladen hatten, erschien neben dem ersten Beigeordneten der Stadt Germersheim Herr Marcus Schaile auch der Ortsvorsteher Herr Gerd Herr und die Landtagsabgeordnete Frau Barbara Schleicher-Rothmund.
Weiterlesen...
 
Sandheiße Haut Drucken


Die Sonnenstrahlen wärmen meinen Körper und ich genieße diese Empfindung auf meiner Haut. Sie durchwandert mich wie eine Welle und strömt in jeden Winkel. Vergessen ist die Hektik und Gedanken an ausstehende Arbeiten zerfließen wie eine Fata Morgana.

Ich, ja ich liege hier am Strand und lasse es mir gut gehen. Meine geschlossenen Augenlider schenken mir die Illusion eines Inseleremiten. Entfernt höre ich eine Möwe rufen und das Rauschen des Meeres umfängt mich wie eine Muschelschale. Plötzlich holt mich eine laute Stimme unliebsam aus meinen Inselträumen zurück:
„Sunglasses, beautiful sunglasses!“

© Heidemarie A. Sattler
 
Cap de Formentor Drucken




Natürlich versucht man den Empfehlungen von guten Freunden und stolz ergatterten Reiseführern Folge zu leisten und so begibt man sich auf die abenteuerliche Fahrt zum Cap de Formentor und verspricht sich damit Bildung und Weitblick. Der Weg dorthin führt über eine sehr erlebnisreiche Straße: Gut asphaltiert, jedoch mit fehlender Randbegrenzung. Der herabrollende Gegenverkehr scheint genau in der Mitte der Fahrbahn seine Ideallinie zu finden, was das Ausweichen zu einem James-Bond-Erlebnis werden lässt. Wenige Zentimeter zu viel nach rechts und die Räder finden keinen Untergrund mehr…
Je näher wir unserem Ziel kommen, desto öfter versuchen einige vor uns fahrende Autos zu wenden. Zweifel an der Durchführbarkeit nagen sich durch die erhitzten Gemüter, daran kann auch eine Klimaanlage nichts ändern. Schleichendes Kriechen und jede Biegung verspricht die Ankunft. Einige Autofahrer entlassen schon ihre Insassen, die sich zu Fuß einen Weg durch das Blechgetümmel bahnen, andere tauschen erschöpft die Fahrer. Oh, Einsamkeit, hier finde ich dich nicht! Aber was habe ich mir vorgestellt? Insidertipps für Mallorcareisende und touristisch nicht erschlossene Gebiete? Dann gäbe es hier auch sicherlich keine Asphaltstraße und man müsste per Pedes seinen Weg wohlgemut durchs Eiland suchen. Also harren wir aus und reihen uns weiterhin in die Schlange der Touristen ein. Endlich sehen wir den Leuchtturm vor uns und sind ganz stolz auf unsere Ausdauer. Unserem Mann am Steuerrad entfährt ein erleichternder Seufzer, jedoch erscheint ein neues Problem: Keine Parkplätze mehr frei! So knipsen wir zerknirscht ein paar Bilder aus dem Auto heraus, umfahren die gefüllten Abstellflächen und begeben uns auf die Talfahrt.
War da nicht ein Geräusch? Ja! Es war der Kloß, der uns allen tiefer gerutscht ist, denn ein gemeinsamer Gedanke durchzuckt uns:
Nur schnell weg von hier, solange es zu keinem kompletten Stillstand kommt.
Unser Fahrer ist mit einem Mal wie frisch belebt und nimmt schneidig die Kurven. Mitleidig lächelnd bemerkt man die bergauffahrenden Autofahrer und möchte ihnen am liebsten von dieser Tortur abraten. Besichtigungserlebnisse sollte man tunlichst in die frühen Morgenstunden legen, wenn der normale Touri noch im Hotelbett seinen Traum von entlegenen Entdeckungen träumt…

© Heidemarie Andrea Sattler
 
Beobachtungen Drucken


Da liege ich nun auf der warmen Mauer unter dem Pinienbusch und beobachte die Geschehnisse dieses Tages. Der Wind trägt säuselnd das Meeresrauschen zu mit herüber und in der Luft liegt der Geschmack des Salzes. Noch regiert die Beschaulichkeit am Leuchtturm von Torre Embucada und ich strecke meine Glieder und genieße den Anblick über die Landschaft.
Ach, herrlich so ein neuer Morgen, an dem alle Sinne durch die scheinbare Einfachheit der Dinge erfrischt werden. Mich drängt nichts und noch kann ich meine Gedanken schweifen lassen… Mein Leben verläuft hier meistens in ruhigen Bahnen und der Liebe bin ich auch nicht abgeneigt. Zurzeit verbringe ich die schönsten Stunden und Nächte mit Maria. Sie ist zwar um einige Jährchen jünger als ich, aber das tut nichts zur Sache. Morgens begrüßt sie mich mit einem kleinen Stups ihrer Nasenspitze und dann, naja, dann verwöhnt sie mich mit allen Tricks... Aber man ist ja Gentleman und plaudert deshalb hier nicht alles aus. Ab und an verschwindet sie auch für eine paar Stunden. "Großstadt besuchen", nenn sie das. Schließlich leben wir in einer recht lockeren Beziehung und sie sieht mir meine kleinen "Abseitsbesuche" auch nicht nach.

Aber jetzt muss ich mich auf die Geschehnisse konzentrieren, die sich unweigerlich, wie jeden Tag, den Weg zu mir bahnen. Da sind sie schon. Schnell noch einmal das Aussehen überprüft und dann beginnt die Show. Die ersten Autos reihen sich im Parkplatz auf und die lauten Touristen bestaunen den Ausblick von meinem Leuchtturm.
"Oh, wie schon", "...wie blau der Himmel hier ist und erst das Meer!" "Seht mal den Baum dort und die Felsen" und "Oh" und "Aah", als ob es sich hier um einen Platz auf dem Saturn handeln würde.
"Hey Leute", würde ich am liebsten rufen, "ganz ruhig, wir sind hier auf Mutter Erde. Steine und Flora gibt es auch anderswo und Luft zum Atmen sowieso." Aber ich bin schweigsam und lasse alles geduldig in meine Ohren hinein und wieder hinaus.
"Och, schaut Mal, wie süß, ein Kätzchen", tönt es da und ich bin entdeckt. Immer näher kommt diese aufdringliche Kamera und so beschließe ich meinen Liegeplatz zu verlassen. Ganz gemächlich räkle ich mich und strecke galant die linke Tatze nach vorne. Letzte Möglichkeit für die Touris noch ein paar Schnappschüsse von mir einzufangen, denn gleich bin ich in meinem stillen Eckchen, in de Nische unterhalb eines Felsenvorsprunges verschwunden. Jetzt mache ich erst einmal Siesta und träume von meiner süßen Maus.

Prosa eines mallorquinischen Katers – © Heidemarie Andrea Sattler





Foto "Auf der Lauer" - © Heidemarie A. Sattler

 


Mailiste mails e-mail mail